Im Vereinigten Königreich und in der EU müssen Restaurants und Cafés ihre Gäste informieren, wenn ein Gericht eines der 14 gesetzlich geregelten Allergene enthält, und diese Information muss korrekt und leicht zugänglich sein. Für lose abgegebene Gerichte (nicht vorverpackte Lebensmittel) erlaubt das Recht in England, Wales und Nordirland, die Angaben schriftlich oder mündlich zu machen — wenn du aber darauf setzt, dass dein Personal die Gäste informiert, muss ein gut sichtbarer Hinweis darauf aufmerksam machen, dass man nachfragen kann. Seit Februar 2025 empfiehlt die Food Standards Agency (FSA, die britische Lebensmittelbehörde), dass schriftliche Allergeninformationen immer verfügbar sind, ergänzt durch ein Gespräch mit dem Personal.
Eine digitale QR-Speisekarte ist eine der einfachsten Möglichkeiten, diese schriftlichen Informationen bereitzustellen und aktuell zu halten — für sich allein ist sie aber keine vollständige Lösung.
• Es gibt 14 Allergene, die du angeben musst, wenn sie Zutat eines Gerichts sind.
• Für Restaurantgerichte (nicht vorverpackte Lebensmittel) kannst du die Informationen schriftlich oder mündlich geben; bei mündlicher Information muss ein sichtbarer Hinweis die Gäste auffordern, das Personal zu fragen.
• Best Practice der FSA (England, Wales und Nordirland, 2025): schriftliche Informationen immer verfügbar, dazu ein Gespräch mit dem Personal.
• Eine QR-Speisekarte kann Allergene für jedes Gericht anzeigen und sofort aktualisiert werden, du brauchst aber zusätzlich eine nicht-digitale Alternative und geschultes Personal.
• Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land — Irland zum Beispiel schreibt für lose Lebensmittel schriftliche Informationen vor.
Dies ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung — prüf die offiziellen Leitlinien für dein Land (Links am Ende dieses Artikels).
Welche 14 Allergene gibt es?
Die Liste stammt aus Anhang II der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (in Deutschland meist Lebensmittelinformationsverordnung oder kurz LMIV genannt), die das Vereinigte Königreich nach dem Brexit in sein eigenes Recht übernommen hat. Du musst diese Allergene angeben, wenn sie als Zutat (oder Verarbeitungshilfsstoff) verwendet werden und im fertigen Gericht noch vorhanden sind, auch in veränderter Form. Das Knifflige daran: Viele davon verstecken sich in Saucen, Fonds, Dressings und Garnituren.
| Allergen | Was dazugehört | Wo es sich oft versteckt |
|---|---|---|
| Glutenhaltiges Getreide | Weizen (inkl. Dinkel, Khorasan), Roggen, Gerste, Hafer | Backteig, Paniermehl, Bratensauce, Brühwürfel, Sojasauce, Bier |
| Krebstiere | Garnelen, Krabben, Hummer, Flusskrebse | Thai-Currypaste, Garnelenpaste, Fischfond, Paella |
| Eier | Eier von allen Vogelarten | Mayonnaise, Aioli, frische Pasta, Eistreiche auf Gebäck, Baiser |
| Fisch | Alle Fischarten | Worcestershiresauce, Caesar-Dressing, Fischsauce, Pizzabeläge |
| Erdnüsse | Erdnüsse | Satay, Currys, Erdnussöl, Saucen, vegane Desserts |
| Soja | Soja in jeder Form | Sojasauce, Tofu, Edamame, Miso, Sojamehl in Brot |
| Milch | Milch und Milcherzeugnisse, inkl. Laktose | Butter, Sahnesaucen, Ghee, Glasuren, Kartoffelpüree |
| Schalenfrüchte (Nüsse) | Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse | Pesto, Frangipane, Praliné, Nussöle, Salate, Granola |
| Sellerie | Stangen, Blätter, Samen, Knollensellerie | Suppen, Fonds, Selleriesalz, Gewürzmischungen |
| Senf | Samen, Pulver, Blätter, flüssiger Senf | Dressings, Marinaden, Saucen, Currys |
| Sesam | Samen, Öl, Paste | Tahini, Hummus, Brotbeläge, asiatische Dressings |
| Schwefeldioxid und Sulfite | Über 10 mg/kg bzw. 10 mg/Liter | Wein, Bier, Trockenobst, manche Würste, eingelegtes Gemüse |
| Lupinen | Lupinensamen und -mehl | Manche Brote, Backwaren und Nudeln, vor allem in kontinentaleuropäischen Rezepten |
| Weichtiere | Miesmuscheln, Austern, Tintenfisch, Oktopus, Schnecken | Austernsauce, Meeresfrüchtefond, Fischeintöpfe |
Nicht vorverpackt, PPDS und vorverpackt: Welche Regeln gelten für deine Speisekarte?
Das Allergenrecht behandelt Lebensmittel unterschiedlich, je nachdem, wie sie verpackt sind. Die meisten Restaurant-Speisekarten fallen in die erste Kategorie.
| Art des Lebensmittels | Typische Beispiele | Wie Allergene angegeben werden müssen |
|---|---|---|
| Nicht vorverpackt (lose) | Am Tisch servierte Gerichte, frisch zubereitete Speisen zum Mitnehmen, Kuchen von der Theke | Schriftlich oder mündlich (im Vereinigten Königreich mit sichtbarem Hinweis, das Personal zu fragen); manche EU-Länder schreiben die Schriftform vor |
| Zum direkten Verkauf vorverpackt (PPDS) | Sandwiches oder Salate, die du verpackst, bevor der Kunde bestellt, und in denselben Räumen verkaufst | Ein Etikett mit der Bezeichnung des Lebensmittels und vollständigem Zutatenverzeichnis, Allergene hervorgehoben (Vereinigtes Königreich, seit Oktober 2021) |
| Vorverpackt | Markenchips, Getränkedosen, zugekaufte Saucen in Flaschen | Zutatenverzeichnis auf der Verpackung mit hervorgehobenen Allergenen, vom Hersteller angebracht |
Die PPDS-Regeln werden oft „Natasha’s Law“ genannt. Dabei geht es um Etiketten auf verpackten Lebensmitteln, nicht um Speisekarten: Sandwiches zum Mitnehmen, die du am Morgen verpackt hast, brauchen ein vollständiges Etikett, und ein Eintrag auf deiner QR-Speisekarte ersetzt es nicht. Frisch zubereitete Gerichte gelten als nicht vorverpackt, und genau darum geht es im Rest dieses Leitfadens.
Wie können Restaurants Allergeninformationen bereitstellen?
Das gesetzliche Minimum im Vereinigten Königreich
In England erlauben die Food Information Regulations 2014 (mit entsprechenden Regelungen in Wales, Schottland und Nordirland), Allergeninformationen für nicht vorverpackte Lebensmittel auf jedem beliebigen Weg bereitzustellen, auch mündlich. Wenn du sie mündlich gibst, musst du darauf hinweisen, dass die Angaben beim Personal erfragt werden können – auf einem Aushang, einer Speisekarte, einem Schild oder Etikett, das die Gäste dort gut sehen, wo sie ihr Essen auswählen. Zu den schriftlichen Möglichkeiten, die die FSA nennt, gehören eine Speisekarte, eine Kreidetafel oder eine Informationsmappe. In jedem Fall müssen die Angaben korrekt sein.
Best Practice der FSA (England, Wales und Nordirland)
Im Februar 2025 hat die FSA eine Best-Practice-Leitlinie zu Allergeninformationen für nicht vorverpackte Lebensmittel veröffentlicht. Sie ändert nichts an der Rechtslage, und du bist rechtlich nicht verpflichtet, sie zu befolgen, aber sie zeigt, was die FSA als gute Praxis ansieht. Die wichtigsten Punkte:
- Schriftliche Allergeninformationen sollten immer verfügbar sein, idealerweise ohne dass Gäste danach fragen müssen — zum Beispiel auf einer Papier- oder digitalen Speisekarte, in einer Allergenbroschüre oder auf einer Allergentabelle an der Wand.
- Sie sollten durch ein Gespräch ergänzt werden. Das Personal sollte alle Gäste fragen, ob sie Allergien oder Unverträglichkeiten haben, und darin geschult sein, darüber zu sprechen, auch über Risiken durch Kreuzkontakt.
- Stehen die Informationen nicht auf der Hauptspeisekarte, sollte ein klarer Hinweis den Gästen sagen, wo sie sie finden.
- Wenn du digitale Informationen nutzt, solltest du eine Alternative für Menschen haben, die keinen Zugang dazu haben, und eine Reserve für den Fall, dass die digitale Version ausfällt.
- Bei Speisen zum Mitnehmen und Lieferungen sollten schriftliche Informationen vor der Bestellung verfügbar sein und noch einmal bei der Lieferung des Essens.
Die FSA hat erklärt, dass sie eine gesetzliche Pflicht zu schriftlichen Informationen befürwortet und prüfen will, wie die Leitlinie angewendet wird. Prüf (Stand Ende 2026) auf food.gov.uk, ob sich die Rechtslage geändert hat.
Schottland
Die Leitlinie der FSA von 2025 gilt nicht für Schottland. Food Standards Scotland (FSS) hat eigene Leitlinien und hat 2026 eine Konsultation dazu durchgeführt, ob schriftliche Informationen vorgeschrieben werden sollen. Das Ergebnis findest du auf foodstandards.gov.scot.
EU-Länder
Die Verordnung 1169/2011 (LMIV) macht Allergeninformationen für nicht vorverpackte Lebensmittel in der gesamten EU verpflichtend (Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c und Artikel 44), überlässt es aber jedem Mitgliedstaat, nationale Vorschriften dazu zu erlassen, wie sie bereitgestellt werden. Irland zum Beispiel schreibt sie in schriftlicher Form vor; andere Länder erlauben unter Umständen mündliche Informationen mit einem Hinweis. Prüf die Leitlinien deiner nationalen Lebensmittelbehörde, auch zu eventuellen Sprachvorgaben.
Was eine digitale QR-Speisekarte kann – und was nicht
Was sie gut kann
- Allergene pro Gericht, schriftlich, lesbar, bevor der Gast bestellt.
- Sofortige Aktualisierung, wenn sich ein Rezept oder ein Lieferant ändert. Eine gedruckte Karte oder ein PDF kann wochenlang falsch sein.
- Mehrere Sprachen, damit ein Tourist mit Nussallergie die Angaben in seiner eigenen Sprache liest.
- Hinweise pro Kategorie wie „Alle frittierten Speisen werden im selben Öl zubereitet“.
- Kennzeichnung ausverkaufter Gerichte, damit Gäste kein sicheres Gericht wählen, das gerade aus ist.
Was sie nicht kann
- Der einzige Kanal sein. Manche Gäste haben kein Smartphone, einen leeren Akku oder sehen schlecht. Halte eine gedruckte Allergentabelle oder -mappe als Alternative und Reserve bereit.
- Das Gespräch ersetzen. Dein Personal muss weiterhin nach Allergien fragen und in der Küche nachfragen.
- Deine Rezepte kennen. Sie ist nur so genau wie das, was du eintippst; die Verantwortung bleibt bei dir.
„Kann Spuren enthalten“ und Warnhinweise zu Kreuzkontakt
Die 14 Allergene müssen angegeben werden, wenn sie Zutaten sind. Unbeabsichtigte Spuren durch gemeinsam genutzte Geräte, gemeinsames Öl oder gemeinsame Arbeitsflächen sind etwas anderes: Hier kommt die vorsorgliche Allergenkennzeichnung (Precautionary Allergen Labelling, PAL) ins Spiel, etwa „kann Spuren von … enthalten“. Die Leitlinien der FSA sagen:
- Nutze sie nur, wenn eine Risikobewertung ein Risiko zeigt, das du nicht beherrschen kannst — niemals als Ersatz für gute Hygiene.
- Nenne das Allergen („kann Sesam enthalten“), nicht „kann Allergene enthalten“.
- Kombiniere nicht „frei von“ und „kann Spuren enthalten“ für dasselbe Allergen.
- Wenn du Kreuzkontamination nicht vermeiden kannst, sag deinen Gästen, dass du kein allergenfreies Gericht anbieten kannst.
Allergeninformationen korrekt halten
Allergeninformationen sind oft deshalb falsch, weil sie einmal richtig waren und niemand sie aktualisiert hat. Die FSA empfiehlt Abläufe, mit denen sie jederzeit korrekt bleiben: Führe für jedes Gericht ein schriftliches Rezept (inklusive Saucen und Garnituren), bitte deine Lieferanten, dir Bescheid zu geben, wenn sich eine Zutat ändert, und prüf Lieferungen auf Ersatzprodukte — eine neue Pesto-Marke könnte statt Pinienkernen Cashewnüsse enthalten. Aktualisiere die Speisekarte vor dem nächsten Service und schule dein Personal; die FSA bietet kostenlose Online-Allergieschulungen an.
Allergen-Checkliste für deine digitale Speisekarte
- Erfasse die Allergene in jedem Gericht, Getränk und jeder Beilage, inklusive Saucen und Garnituren.
- Zeig sie bei jedem Gericht in Worten an (Symbole brauchen eine schriftliche Legende).
- Ergänze Hinweise pro Kategorie für gemeinsame Risiken, etwa gemeinsam genutzte Fritteusen.
- Übersetze sie in jede Sprache deiner Speisekarte und lass sie prüfen.
- Schreib „Bitte informiere uns über Allergien“ auf deine Tischkarten.
- Halte eine gedruckte Allergentabelle als Alternative und Reserve bereit.
- Schule dein Personal darin, jeden Gast zu fragen und in der Küche nachzufragen.
- Versieh alle PPDS-Lebensmittel mit einem vollständigen Zutatenverzeichnis.
- Aktualisiere noch am selben Tag, an dem sich Rezepte oder Lieferanten ändern; überprüfe alles monatlich.
- Gib bei Speisen zum Mitnehmen die Allergeninformationen vor der Bestellung und mit dem Essen heraus.
Wie QR Dining dir hilft
QR Dining wurde von Anfang an mit Blick auf Allergeninformationen entwickelt. Jedes Gericht hat eigene Felder für Allergene und Zutaten in jeder von bis zu sieben Sprachen (Englisch, Rumänisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Griechisch), und Gäste sehen sie, wenn sie das Gericht öffnen. Jede Kategorie kann einen Allergenhinweis für Aussagen wie „Alle unsere Pizzen enthalten Gluten“ tragen, und du kannst pro Kategorie ein optionales Nährwert-PDF anhängen. Änderungen sind sofort live, und jedes Gericht lässt sich als Currently unavailable (derzeit nicht verfügbar) markieren. Unsere Anleitung, wie du eine QR-Code-Speisekarte für dein Restaurant erstellst, zeigt dir, wo welches Feld hingehört. Wenn du dich noch zwischen den Formaten entscheidest, sieh dir QR-Code-Speisekarte vs. PDF-Speisekarte vs. gedruckte Speisekarte an.
Häufig gestellte Fragen
Müssen Restaurants im Vereinigten Königreich Allergene auf die Speisekarte schreiben?
Gesetzlich nicht, Stand 2026. Du musst Informationen zu den 14 Allergenen bereitstellen, aber in England, Wales und Nordirland darfst du das mündlich tun, wenn ein sichtbarer Hinweis die Gäste auffordert, das Personal zu fragen. Die Best Practice der FSA empfiehlt, dass schriftliche Informationen immer verfügbar sind.
Reicht eine QR-Code-Speisekarte für die Allergeninformationen?
Sie ist ein guter Weg, schriftliche Informationen bereitzustellen, sollte aber nicht der einzige sein. Laut den Leitlinien der FSA brauchen digitale Informationen eine Alternative für Menschen, die sie nicht nutzen können, und das Personal sollte trotzdem mit den Gästen über Allergien sprechen.
Was ist der Unterschied zwischen Natasha’s Law und den Allergenregeln für Speisekarten?
Natasha’s Law betrifft Lebensmittel, die zum direkten Verkauf vorverpackt sind, etwa vor Ort verpackte Sandwiches, die ein vollständiges Zutatenetikett brauchen. Frisch zubereitete Gerichte gelten als nicht vorverpackt und folgen den oben beschriebenen Regeln für Speisekarten.
Gelten in der EU dieselben Regeln?
Nach der Verordnung 1169/2011 gelten in der gesamten EU dieselben 14 Allergene, aber jedes Land legt fest, wie die Informationen für lose Lebensmittel gegeben werden müssen. Irland zum Beispiel schreibt die Schriftform vor.
Offizielle Quellen
- FSA: Allergen guidance for food businesses (Allergen-Leitlinien für Lebensmittelunternehmen)
- FSA: Allergen information for non-prepacked foods: best practice (Best Practice für nicht vorverpackte Lebensmittel)
- FSA: Precautionary allergen labelling (vorsorgliche Allergenkennzeichnung)
- legislation.gov.uk: Food Information Regulations 2014, regulation 5
- EUR-Lex: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV)
- Food Standards Scotland: foodstandards.gov.scot
- Food Safety Authority of Ireland: Allergen information for non-prepacked food
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