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Allergene auf der digitalen Speisekarte: Was Restaurants in UK und EU angeben müssen

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Von Ionut Panescu
5. November 2026

Im Vereinigten Königreich und in der EU müssen Restaurants und Cafés ihre Gäste informieren, wenn ein Gericht eines der 14 gesetzlich geregelten Allergene enthält, und diese Information muss korrekt und leicht zugänglich sein. Für lose abgegebene Gerichte (nicht vorverpackte Lebensmittel) erlaubt das Recht in England, Wales und Nordirland, die Angaben schriftlich oder mündlich zu machen — wenn du aber darauf setzt, dass dein Personal die Gäste informiert, muss ein gut sichtbarer Hinweis darauf aufmerksam machen, dass man nachfragen kann. Seit Februar 2025 empfiehlt die Food Standards Agency (FSA, die britische Lebensmittelbehörde), dass schriftliche Allergeninformationen immer verfügbar sind, ergänzt durch ein Gespräch mit dem Personal.

Eine digitale QR-Speisekarte ist eine der einfachsten Möglichkeiten, diese schriftlichen Informationen bereitzustellen und aktuell zu halten — für sich allein ist sie aber keine vollständige Lösung.

Das Wichtigste in Kürze:
• Es gibt 14 Allergene, die du angeben musst, wenn sie Zutat eines Gerichts sind.
• Für Restaurantgerichte (nicht vorverpackte Lebensmittel) kannst du die Informationen schriftlich oder mündlich geben; bei mündlicher Information muss ein sichtbarer Hinweis die Gäste auffordern, das Personal zu fragen.
• Best Practice der FSA (England, Wales und Nordirland, 2025): schriftliche Informationen immer verfügbar, dazu ein Gespräch mit dem Personal.
• Eine QR-Speisekarte kann Allergene für jedes Gericht anzeigen und sofort aktualisiert werden, du brauchst aber zusätzlich eine nicht-digitale Alternative und geschultes Personal.
• Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land — Irland zum Beispiel schreibt für lose Lebensmittel schriftliche Informationen vor.

Dies ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung — prüf die offiziellen Leitlinien für dein Land (Links am Ende dieses Artikels).

Welche 14 Allergene gibt es?

Die Liste stammt aus Anhang II der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (in Deutschland meist Lebensmittelinformationsverordnung oder kurz LMIV genannt), die das Vereinigte Königreich nach dem Brexit in sein eigenes Recht übernommen hat. Du musst diese Allergene angeben, wenn sie als Zutat (oder Verarbeitungshilfsstoff) verwendet werden und im fertigen Gericht noch vorhanden sind, auch in veränderter Form. Das Knifflige daran: Viele davon verstecken sich in Saucen, Fonds, Dressings und Garnituren.

AllergenWas dazugehörtWo es sich oft versteckt
Glutenhaltiges GetreideWeizen (inkl. Dinkel, Khorasan), Roggen, Gerste, HaferBackteig, Paniermehl, Bratensauce, Brühwürfel, Sojasauce, Bier
KrebstiereGarnelen, Krabben, Hummer, FlusskrebseThai-Currypaste, Garnelenpaste, Fischfond, Paella
EierEier von allen VogelartenMayonnaise, Aioli, frische Pasta, Eistreiche auf Gebäck, Baiser
FischAlle FischartenWorcestershiresauce, Caesar-Dressing, Fischsauce, Pizzabeläge
ErdnüsseErdnüsseSatay, Currys, Erdnussöl, Saucen, vegane Desserts
SojaSoja in jeder FormSojasauce, Tofu, Edamame, Miso, Sojamehl in Brot
MilchMilch und Milcherzeugnisse, inkl. LaktoseButter, Sahnesaucen, Ghee, Glasuren, Kartoffelpüree
Schalenfrüchte (Nüsse)Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pekannüsse, Paranüsse, Pistazien, MacadamianüssePesto, Frangipane, Praliné, Nussöle, Salate, Granola
SellerieStangen, Blätter, Samen, KnollensellerieSuppen, Fonds, Selleriesalz, Gewürzmischungen
SenfSamen, Pulver, Blätter, flüssiger SenfDressings, Marinaden, Saucen, Currys
SesamSamen, Öl, PasteTahini, Hummus, Brotbeläge, asiatische Dressings
Schwefeldioxid und SulfiteÜber 10 mg/kg bzw. 10 mg/LiterWein, Bier, Trockenobst, manche Würste, eingelegtes Gemüse
LupinenLupinensamen und -mehlManche Brote, Backwaren und Nudeln, vor allem in kontinentaleuropäischen Rezepten
WeichtiereMiesmuscheln, Austern, Tintenfisch, Oktopus, SchneckenAusternsauce, Meeresfrüchtefond, Fischeintöpfe

Nicht vorverpackt, PPDS und vorverpackt: Welche Regeln gelten für deine Speisekarte?

Das Allergenrecht behandelt Lebensmittel unterschiedlich, je nachdem, wie sie verpackt sind. Die meisten Restaurant-Speisekarten fallen in die erste Kategorie.

Art des LebensmittelsTypische BeispieleWie Allergene angegeben werden müssen
Nicht vorverpackt (lose)Am Tisch servierte Gerichte, frisch zubereitete Speisen zum Mitnehmen, Kuchen von der ThekeSchriftlich oder mündlich (im Vereinigten Königreich mit sichtbarem Hinweis, das Personal zu fragen); manche EU-Länder schreiben die Schriftform vor
Zum direkten Verkauf vorverpackt (PPDS)Sandwiches oder Salate, die du verpackst, bevor der Kunde bestellt, und in denselben Räumen verkaufstEin Etikett mit der Bezeichnung des Lebensmittels und vollständigem Zutatenverzeichnis, Allergene hervorgehoben (Vereinigtes Königreich, seit Oktober 2021)
VorverpacktMarkenchips, Getränkedosen, zugekaufte Saucen in FlaschenZutatenverzeichnis auf der Verpackung mit hervorgehobenen Allergenen, vom Hersteller angebracht

Die PPDS-Regeln werden oft „Natasha’s Law“ genannt. Dabei geht es um Etiketten auf verpackten Lebensmitteln, nicht um Speisekarten: Sandwiches zum Mitnehmen, die du am Morgen verpackt hast, brauchen ein vollständiges Etikett, und ein Eintrag auf deiner QR-Speisekarte ersetzt es nicht. Frisch zubereitete Gerichte gelten als nicht vorverpackt, und genau darum geht es im Rest dieses Leitfadens.

Wie können Restaurants Allergeninformationen bereitstellen?

Das gesetzliche Minimum im Vereinigten Königreich

In England erlauben die Food Information Regulations 2014 (mit entsprechenden Regelungen in Wales, Schottland und Nordirland), Allergeninformationen für nicht vorverpackte Lebensmittel auf jedem beliebigen Weg bereitzustellen, auch mündlich. Wenn du sie mündlich gibst, musst du darauf hinweisen, dass die Angaben beim Personal erfragt werden können – auf einem Aushang, einer Speisekarte, einem Schild oder Etikett, das die Gäste dort gut sehen, wo sie ihr Essen auswählen. Zu den schriftlichen Möglichkeiten, die die FSA nennt, gehören eine Speisekarte, eine Kreidetafel oder eine Informationsmappe. In jedem Fall müssen die Angaben korrekt sein.

Best Practice der FSA (England, Wales und Nordirland)

Im Februar 2025 hat die FSA eine Best-Practice-Leitlinie zu Allergeninformationen für nicht vorverpackte Lebensmittel veröffentlicht. Sie ändert nichts an der Rechtslage, und du bist rechtlich nicht verpflichtet, sie zu befolgen, aber sie zeigt, was die FSA als gute Praxis ansieht. Die wichtigsten Punkte:

Die FSA hat erklärt, dass sie eine gesetzliche Pflicht zu schriftlichen Informationen befürwortet und prüfen will, wie die Leitlinie angewendet wird. Prüf (Stand Ende 2026) auf food.gov.uk, ob sich die Rechtslage geändert hat.

Schottland

Die Leitlinie der FSA von 2025 gilt nicht für Schottland. Food Standards Scotland (FSS) hat eigene Leitlinien und hat 2026 eine Konsultation dazu durchgeführt, ob schriftliche Informationen vorgeschrieben werden sollen. Das Ergebnis findest du auf foodstandards.gov.scot.

EU-Länder

Die Verordnung 1169/2011 (LMIV) macht Allergeninformationen für nicht vorverpackte Lebensmittel in der gesamten EU verpflichtend (Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c und Artikel 44), überlässt es aber jedem Mitgliedstaat, nationale Vorschriften dazu zu erlassen, wie sie bereitgestellt werden. Irland zum Beispiel schreibt sie in schriftlicher Form vor; andere Länder erlauben unter Umständen mündliche Informationen mit einem Hinweis. Prüf die Leitlinien deiner nationalen Lebensmittelbehörde, auch zu eventuellen Sprachvorgaben.

Was eine digitale QR-Speisekarte kann – und was nicht

Was sie gut kann

Was sie nicht kann

Gute Formulierung für die Tischkarte: „Scanne für unsere Speisekarte mit Allergeninformationen zu jedem Gericht. Du möchtest lieber Papier oder hast eine Lebensmittelallergie? Bitte sprich unser Personal an — wir helfen dir gern.“ Damit deckst du in zwei Sätzen die schriftliche Information, die Alternative und das Gespräch ab.

„Kann Spuren enthalten“ und Warnhinweise zu Kreuzkontakt

Die 14 Allergene müssen angegeben werden, wenn sie Zutaten sind. Unbeabsichtigte Spuren durch gemeinsam genutzte Geräte, gemeinsames Öl oder gemeinsame Arbeitsflächen sind etwas anderes: Hier kommt die vorsorgliche Allergenkennzeichnung (Precautionary Allergen Labelling, PAL) ins Spiel, etwa „kann Spuren von … enthalten“. Die Leitlinien der FSA sagen:

Allergeninformationen korrekt halten

Allergeninformationen sind oft deshalb falsch, weil sie einmal richtig waren und niemand sie aktualisiert hat. Die FSA empfiehlt Abläufe, mit denen sie jederzeit korrekt bleiben: Führe für jedes Gericht ein schriftliches Rezept (inklusive Saucen und Garnituren), bitte deine Lieferanten, dir Bescheid zu geben, wenn sich eine Zutat ändert, und prüf Lieferungen auf Ersatzprodukte — eine neue Pesto-Marke könnte statt Pinienkernen Cashewnüsse enthalten. Aktualisiere die Speisekarte vor dem nächsten Service und schule dein Personal; die FSA bietet kostenlose Online-Allergieschulungen an.

Allergen-Checkliste für deine digitale Speisekarte

  1. Erfasse die Allergene in jedem Gericht, Getränk und jeder Beilage, inklusive Saucen und Garnituren.
  2. Zeig sie bei jedem Gericht in Worten an (Symbole brauchen eine schriftliche Legende).
  3. Ergänze Hinweise pro Kategorie für gemeinsame Risiken, etwa gemeinsam genutzte Fritteusen.
  4. Übersetze sie in jede Sprache deiner Speisekarte und lass sie prüfen.
  5. Schreib „Bitte informiere uns über Allergien“ auf deine Tischkarten.
  6. Halte eine gedruckte Allergentabelle als Alternative und Reserve bereit.
  7. Schule dein Personal darin, jeden Gast zu fragen und in der Küche nachzufragen.
  8. Versieh alle PPDS-Lebensmittel mit einem vollständigen Zutatenverzeichnis.
  9. Aktualisiere noch am selben Tag, an dem sich Rezepte oder Lieferanten ändern; überprüfe alles monatlich.
  10. Gib bei Speisen zum Mitnehmen die Allergeninformationen vor der Bestellung und mit dem Essen heraus.

Wie QR Dining dir hilft

QR Dining wurde von Anfang an mit Blick auf Allergeninformationen entwickelt. Jedes Gericht hat eigene Felder für Allergene und Zutaten in jeder von bis zu sieben Sprachen (Englisch, Rumänisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Griechisch), und Gäste sehen sie, wenn sie das Gericht öffnen. Jede Kategorie kann einen Allergenhinweis für Aussagen wie „Alle unsere Pizzen enthalten Gluten“ tragen, und du kannst pro Kategorie ein optionales Nährwert-PDF anhängen. Änderungen sind sofort live, und jedes Gericht lässt sich als Currently unavailable (derzeit nicht verfügbar) markieren. Unsere Anleitung, wie du eine QR-Code-Speisekarte für dein Restaurant erstellst, zeigt dir, wo welches Feld hingehört. Wenn du dich noch zwischen den Formaten entscheidest, sieh dir QR-Code-Speisekarte vs. PDF-Speisekarte vs. gedruckte Speisekarte an.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Restaurants im Vereinigten Königreich Allergene auf die Speisekarte schreiben?

Gesetzlich nicht, Stand 2026. Du musst Informationen zu den 14 Allergenen bereitstellen, aber in England, Wales und Nordirland darfst du das mündlich tun, wenn ein sichtbarer Hinweis die Gäste auffordert, das Personal zu fragen. Die Best Practice der FSA empfiehlt, dass schriftliche Informationen immer verfügbar sind.

Reicht eine QR-Code-Speisekarte für die Allergeninformationen?

Sie ist ein guter Weg, schriftliche Informationen bereitzustellen, sollte aber nicht der einzige sein. Laut den Leitlinien der FSA brauchen digitale Informationen eine Alternative für Menschen, die sie nicht nutzen können, und das Personal sollte trotzdem mit den Gästen über Allergien sprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Natasha’s Law und den Allergenregeln für Speisekarten?

Natasha’s Law betrifft Lebensmittel, die zum direkten Verkauf vorverpackt sind, etwa vor Ort verpackte Sandwiches, die ein vollständiges Zutatenetikett brauchen. Frisch zubereitete Gerichte gelten als nicht vorverpackt und folgen den oben beschriebenen Regeln für Speisekarten.

Gelten in der EU dieselben Regeln?

Nach der Verordnung 1169/2011 gelten in der gesamten EU dieselben 14 Allergene, aber jedes Land legt fest, wie die Informationen für lose Lebensmittel gegeben werden müssen. Irland zum Beispiel schreibt die Schriftform vor.

Offizielle Quellen

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